Home Archiv Links Intern Editorial Impressum
 
 
Neue Texte
 

Schwerpunkte

Sozialpolitik als Infrastruktur
Ende der Demokratie?
 

Rubriken

Deutsche Zustände
Neoliberalismus und Protest
Bildung
Krieg und Frieden
Biomacht und Gesundheit
Kulturindustrie
Theorie: Empire, Kommunismus und andere Angebote
Rezensionen
 
 

Anzeige

Aktuelles

 

Hinweise auf anstehende Tagungen oder andere Dinge, die möglicherweise auf unsere Startseite gehören, bitte an redaktion@links-netz.de

Mai 2013

Institut für vergleichende Irrelevanz geräumt

AK Kritische Geographie Frankfurt

Als im Dezember 2003 durch den Einzug des Instituts für vergleichende Irrelevanz (IvI) das Gebäude im Frankfurter Kettenhofweg 130 besetzt wurde, rechnete wohl niemand damit, dass es bis zur Räumung fast zehn Jahre dauern würde. Was als IvI seit dessen Einzug in das ehemalige Gebäude des Anglistik-Instituts der Uni Frankfurt existierte, wurde gemeinhin unter dem Slogan „Theorie, Praxis, Party“ zusammengefasst. Aus wissenschaftlichen Vorträgen und Konferenzen, Ausstellungen, Konzerten und Lesekreisen, einer kleinen Bibliothek sowie einer wöchentlichen Kantine setzte sich eine schillernde, widersprüchliche und damit auch hübsch konfliktgeladene (Nicht)Identität zusammen, die von auswärtigen Partygästen auch gerne mal als „Ivy-Club“ gelesen wurde. ... weiterlesen 

April 2013

Präsidentschaftswahlen in Venezuela und die Zukunft des „Sozialismus des XXI. Jahrhunderts“ ohne Chávez

Dario Azzellini

Der Tod des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez am 5. März diesen Jahres warf international die Frage nach der Zukunft des venezolanischen Transformationsprozesses auf. Die Frage betrifft nicht nur Venezuela, sondern ganz Lateinamerika und die Karibik und wirkt auch darüber hinaus. Der kontinentale Integrationsprozess der vergangenen Jahre in Lateinamerika geht vor allem auf das Agieren von Venezuela und Hugo Chávez zurück. Auf seine Initiative hin bildete sich die Front zur Ablehnung der US-Initiative des gesamtamerikanischen Freihandelsabkommens Alca. Venezuela trat aus der Andengemeinschaft aus und dem Mercosur bei, es gründete die auf Kooperation und Solidarität gestützte Allianz Alba, und wirkte initiativ für die Gründung der Celac und der Unasur, beides Bündnisse aller amerikanischen Staaten außer den USA und Kanada. Während diverse Krisen (z.B. Bombardierung Ecuadors durch Kolumbien) so innerhalb Lateinamerikas gelöst werden konnten, verliert die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) rapide an Bedeutung. Die gesamte Hemisphäre hat eine deutliche Neuordnung erfahren. Vor allem international kamen nach Chavez’ Tod Zweifel auf, inwiefern ein Nachfolger überhaupt eine Mehrheit der Bevölkerung in Wahlen hinter sich bringen könne und wie eng die Politik Venezuelas intern wie extern an seine Person und Popularität geknüpft sei. ... weiterlesen 

Rezension zu Angelica Balabanoff „Lenin, oder: Der Zweck heiligt die Mittel“

Philippe Kellermann

Als die russisch-stämmige Anarchistin Emma Goldman in den ersten Jahren nach der Oktoberrevolution auf Angelica Balabanoff traf, erschien ihr diese „[k]rank, enttäuscht und gebrochen“ (Goldman 1931: 819) – kaschiert durch einen notdürftig zurechtgelegten Fatalismus: Wer leben wolle, müsse auch grausam und hart sein. Statt grausam und hart zu sein – und wie ihre bolschewistischen Kollegen die Anarchisten als „gemeine Verbrecher“ einzusperren – pflegte Balabanoff die kranke Goldman und bemühte sich, ihr bei der Ausreise zu helfen. Balabanoff, einst Zierde der Zimmerwalder Linken – in Zimmerwald hatten sich 1915 verschiedene oppositionelle SozialistInnen versammelt, um Möglichkeiten eines gemeinsamen Protests gegen den Krieg auszuloten –, verließ Sowjetrussland zur selben Zeit, als „der erste Revolutionär, der Sowjetrußland freiwillig, aus ethisch-politischen Gründen verlassen hat“ (S.23), wie sie selbst schreibt. ... weiterlesen 

© links-netz 2005