Kunst im post- katastrophischen Zeitalter

von Christoph Görg
Sozialismus oder Barbarei – dass diese Alternative nicht mehr handlungsleitend sein kann, dass der Rückfall längst stattgefunden hat, das ist schon lange evident. Auch gegen den neuen kategorischen Imperativ, den Adorno zufolge Hitler der Welt aufgezwungen habe – dass Auschwitz sich nicht wiederhole – ist angesichts der Verbrechen der Nachkriegszeit nur zu oft verstoßen worden. Und doch mehren sich die Anzeichen, dass alles noch schlimmer kommen könnte.

Stirbt die Demokratie im Internet?

von Joachim Hirsch

Es gab Zeiten, da wurden große Hoffnungen auf eine demokratisierende Wirkung des Internet gesetzt, so etwa das Entstehen einer freien, nicht mehr von Staat und Medienmonopolen kontrollierten Öffentlichkeit, umfassende Recherchemöglichkeiten, ein breiter Austausch von Informationen und Meinungen, Chancen für eine Bürger*innenbeteiligung in allen wichtigen politischen Fragen, also mehr unmittelbare Demokratie und einiges andere. Was also ist passiert, dass von alledem heute kaum mehr die Rede ist?

Wie sich der Qualitätsjournalismus beerdigt und beerdigt wird

von Rudolf Walther

Zu diesen Bedingungen, die die journalistische Arbeit maßgeblich beeinflussen, gehören: 1. Geldmangel, 2. Personalkürzungen, 3. Zeitdruck, 4. Platzmangel und 5. modische Trends und Marotten. Diese fünf Faktoren hängen zusammen und verstärken sich gegenseitig oder bilden nur Vor- und Rückseite einer Medaille – etwa beim Nexus von Geldmangel und Personalkürzungen.

Hundert Jahre Rotes Wien: Selbstinszenierung einer Gegenhegemonie und was sich für „Soziale Infrastruktur“ daraus lernen lässt

von Christine Resch
Das Buch von Helmut Konrad und Gabriella Hauch (2019) Hundert Jahre Rotes Wien: Die Zukunft einer Geschichte. Wiener Vorlesungen, Bd. 193, herausgegeben für die Kulturabteilung der Stadt Wien von Daniel Löcker. Wien: Picus Verlag, macht schon aufgrund des Titels neugierig. Er verspricht, das Rote Wien in einen gesellschaftshistorischen Prozess einzuordnen und, um es vorwegzunehmen, er löst dieses Versprechen ein, soweit dies auf knapp 70 Seiten in Form zweier ausgearbeiteter Vorträge möglich ist.

Venezuela August 2018: Bleibt die Chance auf einen Dialog bestehen?

Von Ulrich Brand

Anfang April hat Nicolás Maduro die Verhandlungen mit der Opposition vorerst für gescheitert erklärt. Als Grund wird der wenige Tage vorher verschärfte Kurs der USA gegenüber der Regierung in Venezuela genannt. Der Präsident Venezuelas kündigte wenige Tage später vorgezogene und rasche Parlamentswahlen an, was für die Opposition ein Problem werden könnte.