Krise – welche Krise?

von Joachim Hisch

Krisen wo man hinschaut: beim Klima, wo nicht nur die Hitze, sondern jetzt auch der Wassermangel droht, Inflation, Versorgungsengpässe, der Krieg (nicht nur in der Ukraine), Corona ist auch noch nicht vorbei und die Demokratie ist in Gefahr, nicht nur, wenn auch besonders deutlich in den USA. Übereinstimmend stimmen uns Politik und Medien auf harte und bedrohliche Zeiten ein. Es wird also ungemütlich, selbst in den wenigen Wohlstandsinseln des Globus. Aber wieso diese plötzliche Häufung?

Wo ist die parlamentarische Linke geblieben?

von Joachim Hirsch

Die Feststellung ist wohl nicht übertrieben, dass sich die linken Parteien nicht nur in Europa in einer Krise befinden. In Frankreich wurde die Präsidentschaftswahl zwischen dem liberalen Macron und der rechtsradikalen Le Pen entschieden. Auf letztere entfielen immerhin über 40 Prozent der Stimmen. Die radikale Linke konnte zwar einen Achtungserfolg erzielen, allerdings im Wesentlichen durch Protestwähler, die bei denen, angenommen wird, dass sie in der Stichwahl teilweise für Le Pen gestimmt haben. Die Sozialdemokratie ist dort praktisch verschwunden, ebenso wie die konservativen Parteien. In Deutschland muss die Linkspartei nicht zuletzt auf Grund ihrer inneren Zerrissenheit um ihr parlamentarisches Dasein bangen und die mit einem eher bescheidenen Stimmanteil von der SPD gewonnene Bundestagswahl hat viel mit der ausgebrannten CDU zu tun.

Ein Revoluzzer?: Siegfried Kracauers Jacques Offenbach und das Paris seiner Zeit in der Kritik von Alexander Flores

von Christine Resch

In der kürzlich erschienenen Publikation von Alexander Flores, die sich dem Werk von Jacques Offenbach widmet, nimmt die Rezeption der Studie „Jacques Offenbach und das Paris seiner Zeit“ von Siegfried Kracauer (1937) einen gebührenden Platz ein. Hier werden zwei Persönlichkeiten gewürdigt, denen wahrlich mehr Beachtung zu wünschen ist.

Soziale Kämpfe in der Pandemie

von Peter Nowak

„Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik war die Verachtung der Armen so salonfähig wie in der aktuellen Pandemie“, schreibt der Publizist Christian Baron in einem Beitrag für die Wochenzeitung Freitag 48/2021. Doch wie passt ein solcher Befund damit zusammen, dass wohl kaum in der Geschichte der Bundesrepublik so oft das Wort Solidarität auch von Politiker*innen aller Parteien verwendet wurde, wie in Pandemiezeiten? Mit dieser Frage beschäftigt sich der im Mandelbaum-Verlag erschienene Sammelband „Corona und Gesellschaft“.

Europa ist wieder ein Kriegsschauplatz

von Katja Maurer

Putin hat in seinen Reden angekündigt, dass er die Wiederauferstehung eines russischen Imperiums anstrebt. Mit dem Krieg gegen die Ukraine muss man diese Ankündigung ernst nehmen. Dass das russische Vorgehen sich dabei an keine Regeln hält, wissen wir spätestens seit der Unterstützung des Krieges des Assad-Regimes in Syrien mit seinen Fassbomben und Chemiewaffeneinsätzen. Jetzt gibt es nur eins: Solidarität mit der Ukraine und ihrer Bevölkerung.