Fridays for Future – welche Zukunft?

von Joachim Hirsch
Der Charakter sozialer Bewegungen hat sich in den letzten Jahren verändert. Das hängt sehr stark mit den neuen Mobilisierungsmöglichkeiten zusammen, die das Internet bietet und die keinen größeren finanziellen und organisatorischen Aufwand erfordern. Dazu kommt, dass sich die ökonomischen und politischen Konstellationen erheblich verschoben haben. Die Zumutungen, die die neoliberale Kapitaloffensive seit den achtziger Jahren über die Menschen brachte, hat in vielen Fällen zu z.T. recht radikalen Protesten gegen „die da oben“, d.h. das regierende Personal geführt, die sich nicht mehr so einfach in das traditionelle Rechts-Links-Schema einordnen lassen.

Bewegung der Plätze und Beziehungen der Sorge

von Susanne Hentschel
Heute sind es die Straßen und Plätze in Chile, Irak, Libanon, Katalonien und Hong Kong, auf denen die Menschen gegen die Herrschenden revoltieren. Die Formen, Forderungen und die Heterogenität der Proteste erinnern stark an die Demokratiebewegungen im Jahr 2011: Tahrir, Syntagma, Zuccotti, Puerta del Sol – diese zentralen Plätze in Ägypten, Griechenland, New York und Spanien blieben in diesem Jahr über Monate besetzt.

Partei-Fetisch

von Thomas Gehrig
Um das Sozialistische Büro (SB) und seine Geschichte – zu der ja auch der express ebenso wie das links-netz und die Zeitschrift Widersprüche gehören – haben sich in letzter Zeit einige Aktivitäten entwickelt. Das hat vielfältige Dimensionen. Mit dem neuerlichen Interesse an der ‚Klassenfrage’entstand auch wieder ein Interesse am Politik- bzw. Organisationsansatz des SB.

Kunst im post- katastrophischen Zeitalter

von Christoph Görg
Sozialismus oder Barbarei – dass diese Alternative nicht mehr handlungsleitend sein kann, dass der Rückfall längst stattgefunden hat, das ist schon lange evident. Auch gegen den neuen kategorischen Imperativ, den Adorno zufolge Hitler der Welt aufgezwungen habe – dass Auschwitz sich nicht wiederhole – ist angesichts der Verbrechen der Nachkriegszeit nur zu oft verstoßen worden. Und doch mehren sich die Anzeichen, dass alles noch schlimmer kommen könnte.

Stirbt die Demokratie im Internet?

von Joachim Hirsch

Es gab Zeiten, da wurden große Hoffnungen auf eine demokratisierende Wirkung des Internet gesetzt, so etwa das Entstehen einer freien, nicht mehr von Staat und Medienmonopolen kontrollierten Öffentlichkeit, umfassende Recherchemöglichkeiten, ein breiter Austausch von Informationen und Meinungen, Chancen für eine Bürger*innenbeteiligung in allen wichtigen politischen Fragen, also mehr unmittelbare Demokratie und einiges andere. Was also ist passiert, dass von alledem heute kaum mehr die Rede ist?