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Texte von Rudolf Walther in drei Bänden

Artikel, Kommentare und Glossen

Soeben ist im Oktober Verlag Münster der erste von drei Bänden mit dem publizistischen Werk von links-netz-Autor Rudolf Walther erschienen. Unter dem Titel "Aufgreifen, begreifen, angreifen" sind Texte aus den letzten 18 Jahren zusammengestellt: "aufklärende historische Essays, Porträts gegen das Vergessen (von Diderot über Rudi Dutschke bis zu Reinhart Koselleck), ins Grundsätzliche gehende politische Kommentare jenseits des tagespolitischen Handgemenges sowie Verrisse von Sachbüchern."

Hinweise auf anstehende Tagungen oder andere Dinge, die möglicherweise auf unsere Startseite gehören, bitte an redaktion@links-netz.de

Mai 2012

Fetisch „Märkte“

Über die politische Funktion von Begrifflichkeiten

Joachim Hirsch

Kaum eine Nachrichtensendung oder Politikerrede, in der nicht die „Märkte“ beschworen werden. Sie gelten mittlerweile als die Angelpunkte des Weltgeschehens. Das klingt nach fernen Gottheiten oder zumindest nach dunklen Schicksalsmächten und hat auf jeden Fall etwas Beschwörendes an sich. Natürlich ist dabei nicht die Rede von dem Super- oder Wochenmarkt nebenan. Es geht um die Finanzmärkte, also die, auf denen Geld-, Kapital- und Finanzprodukte gehandelt werden, weltweit und grenzenlos. Im Gegensatz zu Äpfeln und Bananen sind diese nicht sichtbar, sondern verbergen sich hinter komplizierten Zahlen- und Datenansammlungen. Zu diesen Märkten hat der gemeine Mensch nur über Börsenmakler oder Bankberater Zutritt, die einem in der Regel faule Produkte andrehen. Das trägt dazu bei, dass die Märkte als eine höhere Macht erscheinen, der Opfer gebracht werden müssen, um sie gnädig zu stimmen. Seit sich die marktgängige ökonomische Wissenschaft in eine etwas atavistisch anmutende Glaubenslehre verwandelt hat und ziemlich stark dem Totemismus anhängt, ist diese quasi religiöse Vorstellungswelt nicht eigentlich verwunderlich. ... weiterlesen 

Februar 2012

Wenn nichts mehr läuft, wird das Selbst aktiv

Ein Konjunkturbericht

Rudolf Walther

Nach den Regeln, die in Niklas Luhmanns Systemsandkasten herrschen, sind selbstreferentielle Systeme „autonome Systeme, die diese Geschlossenheit zur Erhaltung der eigenen Autopoiesis (Selbsterhaltung RW) und Ermöglichung eigner Beobachtung verwenden“. Das System des Kapitalismus ist momentan allerdings nicht gerade dabei, sich zu erhalten und „zu tun, was es tut“ (Luhmann), sondern es zerlegt sich selbst. Es hat sich im Laufe der Finanzkrise von der Selbstverwertung des Werts im Dienste der Profiterzielung auf tendenzielle Selbstzerstörung umgestellt. ... weiterlesen 

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