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Rudolf Walther: Band 4 erschienen

Aufgreifen, begreifen, angreifen. Historische Essays, Porträts, politische Kommentare, Verrisse

Auch der vierte Band mit Essays, Porträts und Kommentaren unseres Mitarbeiters Rudolf Walther erschien eben unter dem Titel „Aufgreifen, begreifen, angreifen“ im Oktober-Verlag in Münster. Der Band enthält im Unterschied zu den vorangegangenen Bänden auch Texte, die nicht für Zeitungen oder Zeitschriften, sondern als Beiträge für Sammelbände und Ausstellungskataloge publiziert wurden. Und wiederum versammelt das Buch muntere Verrisse mediokrer Bücher, denen der Medienbetrieb trotz fehlender Qualität viel Beachtung schenkte.
Das Kriterium für die Auswahl war die Haltbarkeit der Texte über den Tag hinaus und deren Verständlichkeit ohne erklärende Fußnoten. Der älteste Artikel stammt aus dem Jahr 1994, der jüngste aus dem Juli 2014. Die Beiträge erscheinen unverändert und kommentarlos – mit zwei Ausnahmen, denen aus aktuellem Anlass ein datiertes Postskriptum angehängt wurde. Neben zwei Essays zu Terror und Terrorismus in historischer Perspektive enthält der Band Porträts von Pierre Bourdieu, Carl Schmitt, Niklas Luhmann und Henry Dunant sowie Kommentare zu politischen Debatten über Antisemitismus, Neoliberalismus, Laizismus und allerlei Windmacher im politischen Handgemenge.

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Dezember 2014

Baumwolle zu Panzer? Anmerkungen zur Kriegsberichterstattung

Rudolf Walther

Gabor Steingart, früher beim „Spiegel“, jetzt Chefredakteur des „Handelsblattes“ – zwei nicht gerade linke Adressen – meinte jüngst, in der Berichterstattung über die Ukraine, Russland, Syrien, Irak, IS, Hamas, Gaza und Israel sei das Meinungsspektrum in den Medien auf „Schießschartengröße“ geschrumpft. Und Fritz Pleitgen, der ehemalige Intendant des WDR, bescheinigte der EU, sie habe die „Ukraine-Verhandlungen betrieben, als handle es sich um einen Staat wie Island“ (Die Gazette Nr. 43, 2014). Die Satiriker Max Uthoff und Claus von Wagner sagten in der Sendung „Die Anstalt“, die Beiträge von namentlich erwähnten Leitartiklern läsen sich wie Verlautbarungen der „NATO-Pressestelle“. Zwei dieser Leitartikler und Helden der Meinungsfreiheit – Josef Joffe und Jochen Bittner (beide DIE ZEIT) – haben juristisch gegen die Satiresendung geklagt und in erster Instanz glatt verloren. Die beiden legten jedoch Berufung ein und werden wohl demnächst auch gegen das Wetter klagen. ... weiterlesen 

Ökonomisierung des Gesundheitswesens

Rezension zu Manzei/Schmiede: 20 Jahre Wettbewerb im Gesundheitswesen

Joachim Hirsch

Während die neoliberalen Versprechungen bezüglich der wohltuenden Wirkungen von Markt- und Konkurrenzregulierung inzwischen in vielen gesellschaftlichen Bereichen in Frage gestellt werden, bestimmt das Ökonomisierungsparadigma immer noch weitgehend ungebrochen und nicht nur hierzulande die Gesundheitspolitik. Der von Alexandra Manzei und Rudi Schmiede herausgegebene Sammelband „20 Jahre Wettbewerb im Gesundheitswesen“ beschäftigt sich mit den Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen dieser Entwicklung. Die inzwischen zentral auf der gesundheitspolitischen Agenda stehende Einführung marktökonomischer Steuerungsverfahren soll bewirken, dass das Gesundheitswesen sowohl qualitativ besser als auch wirtschaftlicher wird. Dies führt allerdings dazu, dass medizinische und pflegerische Wertorientierungen, Handlungsmaximen und Entscheidungskriterien immer stärker durch betriebswirtschaftliche Kalküle überlagert und ursprünglich nicht betriebswirtschaftlich organisierte Handlungsfelder dadurch „kolonisiert“ werden. ... weiterlesen 

Psychische Erkrankungen im neoliberalen Kapitalismus

Akute Krise psychischer Gesundheit oder strukturelle Krise des Subjekts?

Norma Tiedemann

Seit dem Platzen der US-Immobilienblase 2007 weitete sich das Ereignis Krise in stets umfassenderen Wellen aus. Kurz nachdem die Öffentlichkeit der Subprime-Misere gewahr wurde, sprach man schon von Finanz-, Banken-, Wirtschafts-, Staatsschulden-, Eurokrise. Der Krisendiskurs begann schließlich auch eine Souveränitätskrise, eine Demokratiekrise und eine Krise der Geschlechterverhältnisse zu umfassen – oftmals als „Vielfach-“ oder „multiple Krise“ betitelt, um den inneren Zusammenhang der einzelnen Elemente herauszustellen (Brand 2009, Demirović et al. 2011, Demirović 2013). Diese Vielfachkrise betrifft zunehmend den Alltag von Menschen. Durch veröffentlichte Studien zu den Auswirkungen der Krise und des Krisenmanagements auf die Gesundheit der Menschen vor allem in Griechenland, Portugal, Spanien, aber auch in Irland, dem Vereinigten Königreich, Österreich und den USA begannen Medien, Gesundheitspolitiker*innen, Ärzt*innen und internationale Organisationen die „menschlichen Kosten” (Europäisches Parlament 2012) der Rezession zu beklagen. Aufsehen erregende Meldungen über die Zunahme von Depressionen, Suiziden, Angststörungen, Schlafstörungen und Alkoholsucht reißen bis heute nicht ab. ... weiterlesen 

Oktober 2014

Totalitäre Basisdemokratie: Der Circle als Dystopie über die Entmachtung von Politik und Staat

Christine Resch

Fast jeder weiß, welcher Dramatik (zeitgenössische) Dystopien folgen. Es ist (immer noch) eine Insel, jedenfalls ein abgeschottetes Terrain, in dem eine neue Lebensweise erprobt, verordnet, schließlich erzwungen wird. Einige der „Gefangenen“, meistens ein heterosexuelles Paar (der Liebesgeschichte wegen) durchschauen irgendwann die Ideologie der jeweils anvisierten „schönen neuen Welt“. Ihnen gelingt dann die Verhinderung des Schlimmsten oder zumindest die Flucht. Erfahrungen mit der Herkunftsfamilie, erotische Abenteuer und amouröse Verhältnisse sind für die emotionale Einbeziehung der Leser/innen in solchen Erzählungen beinahe unumgänglich: Da geht es um Gefühle, die sich nicht so leicht und sei es nur durch gekonnte Selbstdarstellungen, manipulieren lassen. Schicksale kommen ins Spiel. Die klassischen Utopien waren „Reiseberichte“: Schilderungen von solidarischem Leben (die, Jahrhunderte später gelesen, durchaus ihre Repressionen kannten – selbst in Utopia werden Verbrechen mit Zwangsarbeit bestraft). Die zeitgenössischen Dystopien erzählen von Hierarchien und Konkurrenz, Themen, die ohne individuelle Schicksale schnell langweilig wären und blutleer blieben. ... weiterlesen 

Schließung der hundertjährigen Klammer

Die Türkei nach den Präsidentschaftswahlen

Von Errol Babacan

Aus den Präsidentschaftswahlen ging der amtierende Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan bereits in der ersten Runde als Sieger hervor. Unmittelbar nach seiner Vereidigung wurde unter der Führung des bisherigen Außenministers Ahmet Davutoğlu ein neues Kabinett gebildet. Als Chefideologe des Neo-Osmanismus proklamiert dieser die Schließung der hundertjährigen Klammer. Gemeint ist die Wiedergewinnung des mit dem Ersten Weltkrieg verlorenen Einflusses auf die osmanischen Protektorate im Nahen Osten und in Nord-Afrika. Wohin bewegt sich die Türkei unter der AKP, wo liegen die treibenden Dynamiken? Und wie positioniert sich die politische Opposition gegenüber dem expansionistischen Bestreben? ... weiterlesen 

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