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März 2015

Medienrandale – bei den Blockupy-Aktionen anlässlich der EZB-Eröffnung

Joachim Hirsch

Folgte man der Berichterstattung in den deutschen „Leitmedien“, so konnte man den Eindruck gewinnen, in Frankfurt hätten am 18. März bürgerkriegsähnliche Zustände geherrscht. Bilder von brennenden Barrikaden, abgefackelten Polizeiautos, herumliegenden Glassplittern und Steinen sowie über der Stadt liegenden Rauchschwaden allenthalben. Ausschließliches Thema waren die Gewalttäter und ihre Herkunft (natürlich Ausländer). Kaum eine Bemerkung zu den Zwanzigtausend, die in einem recht bunten Demonstrationszug durch die Stadt zogen, geschweige denn zu ihren Zielen und Forderungen. Das Hessische Fernsehen setzte dem gewissermaßen die Spitze auf und bemühte sich mit einigem Erfolg, selbst noch das Bildzeitungsniveau zu unterschreiten. FAZ-online stand dem nicht nach. Die ARD brachte nach der Tagesschau sogar einen „Brennpunkt“, natürlich in ähnlicher Tonlage. Auf Parteiebene herrschte das gleiche Bild. VertreterInnen von CDU/CSU, SPD und Grünen äußerten ihre Empörung über die „Ausschreitungen“ und verlangten Konsequenzen, bis hin zu der Forderung, die Linkspartei vom Bundestagspräsidium auszuschließen, weil sie die Proteste unterstützt hatte. Von einem Eingehen auf die Forderungen und Argumente von Blockupy keine Spur. So funktioniert die real existierende Demokratie. ... weiterlesen 

Neuer deutscher Imperialismus

Joachim Hirsch

Die deutsche Regierung hat jüngst ein neues Weißbuch zur Sicherheitspolitik angekündigt, das Leitlinien für den Aus- und Umbau der Bundeswehr und der Sicherheitsapparate angesichts veränderter weltpolitischer Krisenlagen und einer gewachsenen „Verantwortung“ des mittlerweile als eine europäische Führungsmacht angesehenen Landes beinhalten soll. Während die Bundesrepublik sich schon länger als einer der größten Waffenlieferanten profiliert, soll nun auch die Fähigkeit zu militärischen Interventionen in weltweitem Maßstab weiter gestärkt werden. Das passt zu dem von Frank Deppe für das Jahr 2013 datierten Paradigmenwechsel in der deutschen Außenpolitik. In seiner Studie beschäftigt er sich mit den verschiedenen Facetten eines „Elitendiskurses“, in dem sich diese strategische Umorientierung verdichtet. Darüber hinaus ziele dieser Diskurs darauf ab, mit der in der Bevölkerung verbreiteten Ablehnung militärischer Machtpolitik aufzuräumen (7ff.). Es gehe darum, den zwischen Eliten und Volk vorhandenen und den außenpolitischen Ambitionen der Herrschenden hinderlichen „Graben“ zu schließen. ... weiterlesen 

Februar 2015

Was Adorno zu Pegida hätte sagen können

Sozialpsychologische Ursachen von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Joachim Hirsch

Adorno und Horkheimer haben sich mit Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit nicht so umfassend beschäftigt wie mit dem Antisemitismus. Dennoch gibt es insbesondere in Adornos Schriften Überlegungen, die – obwohl schon vor mehr als fünf Jahrzehnten niedergeschrieben – heute noch aktuell und beachtenswert sind, gerade in Bezug auf eine der neuesten Erscheinungen dieser Bewusstseinsformen, die „Pegida“-Demonstrationen. Es geht Adorno dabei vor allem um die sozialpsychologischen Bedingungen und Mechanismen, die nationalistisch-fremdenfeindliche Haltungen entstehen lassen. Dabei greift er auf die Studien des Instituts für Sozialforschung zum autoritären Charakter zurück, insbesondere auf die Erkenntnis, dass die bei den modernen Menschen vorhandene Ich-Schwäche dazu führt, dass diese ihren Halt im Kollektiv suchen (Schraven 2014, 200). Dabei spielt der Begriff des „Kollektiven Narzissmus“ eine zentrale Rolle. ... weiterlesen 

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